CinemaScope mit Final Cut Pro X (21:9 bzw. 2,35:1)

Lange Zeit war ich auf der Suche nach einer Lösung, wie ich mit Final Cut Pro X (FCPX) Videos im CinemaScope-Format erstellen kann. CinemaScope ist das Seitenverhältnis, das man aus Kinofilmen kennt. „Normales“ Full HD hat ein Seitenverhältnis von 16:9 (bzw. 1,78:1), CinemaScope hingegen hat ein Seitenverhältnis von 21:9 (bzw. 2,35:1). Das bedeutet, dass auf einem normalen Full HD-Fernseher oben und unten schwarze Ränder zu sehen sind. Dieses Seitenverhältnis verleiht einem Film mehr Kino-Look.

Im Internet fand ich dann einige Anleitungen, dass man einfach den Letterbox-Effekt hinzufügen soll. Der Letterbox-Effekt blendet oben und unten schwarze Balken ein. Das Seitenverhältnis und somit die Dicke der Balken ist über das Eigenschaftenmenü auswählbar.

Der gewünschte Effekt lässt sich dadurch erreichen, allerdings gehen damit drei Nachteile einher: Effekte, die nach dem Letterbox-Effekt auf einen Videoclip angewendet werden, erzeugen komische Effekte, da die schwarzen Balken mit in den Effekt eingebunden werden. Man muss daher bei der Reihenfolge der Effekte immer darauf achten, dass alle Effekte vor dem Letterbox-Effekt eingebunden sind. Der zweite Nachteil ist, dass Videos größer sind, als sie sein müssten. Die Full HD-Auflösung beträgt 1920×1080. Das effektive Bild (abzüglich der schwarzen Balken) hat nur noch 1920×820 Pixel. Somit habe ich 1920×260 Pixel, die das komplette Video über schwarz sind – und somit eigentlich unnötig. Nachteil Nummer drei ist, dass beim Veröffentlichen eines Videos bei beispielsweise Youtube oder Vimeo auch permanent die schwarzen Balken angezeigt werden. Auch wenn diese überhaupt nicht benötigt werden, lassen sich die Balken in diesem Fall nicht entfernen.

Durch Zufall bin ich auf einen viel besseren Weg gestoßen. Man kann bei FCPX eine eigene Auflösung beim Anlegen eines Projekts angeben. Hier habe ich dann 1920×820 ausgewählt. Meine Clips sind im Full HD-Format aufgenommen und sind daher für das gewünschte Format zu hoch. Aus diesem Grund wurden sie mittig eingebunden und ich erhielt nun links und rechts Ränder. Diese kann man entfernen, indem man die Eigenschaften der Clips dahingehend ändert, dass man die „Spatiale Anpassung“ von „Anpassen“ auf „Füllen“ ändert. Nun hat man das gewünschte Resultat. Sollte der Bildausschnitt zu weit nach oben oder unten verschoben sein und ein Offset notwendig werden, dann kann man dies über Transformieren des Videos hinzufügen. Einfach den Punkt in der Mitte des Clips anklicken und das Video wie gewünscht nach oben oder unten schieben.

Beim Export des Videos wird das Video dann automatisch in der gewählten Auflösung 1920×820 exportiert. Somit sind alle Nachteile, die mit der oben beschriebenen Letterbox-Effekt-Lösung auftreten, Vergangenheit.

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  1. Vielen Dank dafür! Ich habe mich auch immer gefragt wie das geht und bisher einfach schwarze Flächen oben und unten eingebaut.^^ Heute wollte ich es aber wissen und habe gegoogled. Schön, dass du auch dieses Problem hattest und es gelöst hast 🙂

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